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Trends · Stand: November 2025 · 6 Min. Lesezeit

Wohntrends 2025/2026: Farben, Materialien & Stile, die jetzt kommen

Warme Töne, gedeckte Farben und Materialien zum Anfassen — die Wohntrends 2025/2026 machen aus dem Zuhause einen Rückzugsort.

Wer wissen will, wie wir zu Hause in den nächsten Jahren wohnen, muss reisen: in die Niederlande, nach Antwerpen, auf die großen Designmessen in Paris — und zu den Herstellern in Ostwestfalen, wo viele Küchen entstehen. Wir waren an all diesen Orten unterwegs, immer mit derselben Frage: Was verändert die Atmosphäre eines Raums am stärksten?

Die Antwort ist bemerkenswert klar. Es sind zwei Dinge — Farben und Materialien. Sie entscheiden darüber, ob ein Raum kühl und beliebig bleibt oder ob er wärmt und trägt. Dieser Überblick fasst zusammen, was die Wohntrends 2025 2026 fürs ganze Zuhause bereithalten: vom Wohnzimmer über den Essbereich bis zu Boden und Wänden.

Wohntrends 2025 2026 bei den Farben: Wärme kehrt zurück

Farbe ist das Erste, was man in einem Raum wahrnimmt — noch bevor das Auge Möbel oder Formen sortiert. Und hier zeichnet sich ein deutlicher Wandel ab: Das strahlend reine Weiß tritt zurück. An seine Stelle rücken Braun- und Beigetöne in allen Nuancen, von ganz hell bis kräftig dunkel. Sie schaffen Wärme und Geborgenheit und laden zum Entspannen ein. In einem Alltag, der oft hektisch ist, wächst das Bedürfnis nach Rückzug und Ruhe zu Hause — und die Farbwelt reagiert darauf.

Auch das Weiß selbst wandelt sich. Statt harter Reinweißtöne kommen sanfte Weißtöne mit einem leichten Grauanteil. Das klingt subtil, ist aber ein großer Unterschied: Diese Töne wirken weicher, wohnlicher und machen einen Raum sofort angenehmer. Dazu treten erdige Brauntöne, inspiriert von der Natur — sie vermitteln Bodenhaftung und ein Gefühl von Zusammenhalt.

Das internationale NCS Farbinstitut zeigt jedes Jahr, welche Farbrichtungen weltweit gefragt sind. Für 2026 steht dort eine kuratierte Palette, die von vielen Designern aufgegriffen und interpretiert wird — ein guter Kompass, wenn man wissen möchte, wohin die Reise geht.

Was wir in Kandel dazu raten: Farben entscheidet man am besten nicht am Bildschirm. Ein erdiger Ton an der Wand, kombiniert mit hellen Möbeln, funktioniert fast immer — aber wie ein Braun oder ein warmes Grauweiß im eigenen Licht wirkt, sieht man erst am Muster. In unserer Ausstellung in Kandel lassen sich Fronten, Farbfächer und Oberflächen nebeneinander und bei Tageslicht vergleichen.

Akzente setzen: Buttergelb, gedeckte Töne und die Farbe des Jahres 2026

Neben den ruhigen Grundtönen tauchen gerade überall Akzentfarben auf. Der auffälligste ist Buttergelb. Aus der Mode kommend, zieht er nun ins Interieur ein: freundlich, sonnig und in kleinen Dosen — auf einem Stuhl, einem Kissen oder einer Vase — bringt er sofort gute Laune in den Raum.

Auch kräftigere Farben kehren zurück, allerdings mit Bedacht. Tiefe, rötlich-blaue Nuancen wirken geheimnisvoll, fast ein wenig mystisch, und wecken Neugier und Entdeckergeist — ideal für Räume, in denen man Inspiration sucht, etwa ein Arbeitszimmer oder eine Leseecke. Die Rotpalette wiederum steht für Energie, für Veränderung, Mut und Aufbruch. Kein Wunder, dass sie wiederkommt.

Spannt man den großen Bogen, zeigt sich: Die Zeit der rein neutralen Töne neigt sich dem Ende zu. Rot, Grün und Blau kehren zurück — aber immer leicht gedeckt, mit einem feinen Grauschleier. Nie vordergründig, nie grell. So bleiben sie edel und modern und fügen sich trotzdem in ruhige Wohnwelten ein.

Unsere Küchenlieferanten haben diese Tendenz früh aufgegriffen. Bei Leicht gab es Küchen in soften Tönen, die an Gemütlichkeit und das gute Leben erinnern. Und Häcker hat seine Serienfarben stark erweitert, vor allem im Bereich Creme und Pastell, die nun durchgängig über die Produktlinien hinweg verfügbar sind — das macht es leicht, ein harmonisches Raumkonzept zu planen.

Ein besonderes Highlight ist die Farbe „taste south!" — die neunte „Sustained Color" des Colornetworks, entworfen vom spanischen Designer Antonio Rodriguez. Es ist ein ockergelber, natürlicher Erdton, inspiriert vom europäischen Süden: Er erinnert an endlose Sandstrände, alte Stadtmauern, eine spanische Finca oder eine italienische Villa. Ein solcher Ton bringt Wärme und gute Laune in den Raum — in einer Küche oder einem Essbereich wie ein kleines Stück Süden zu Hause.

Was wir in Kandel dazu raten: Kräftige Akzente wirken am besten sparsam. Ein Buttergelb oder ein mediterraner Sonnenton entfaltet seine Wirkung als gesetzter Punkt — auf einer Nische, einem Möbelstück oder einem Detail — nicht als ganze Wandfront. Wer die Küche einbezieht, findet Anregungen auch bei unseren Küchen; wie sich diese Farbwelt speziell in der Küche zeigt, vertieft der Beitrag zu den Küchentrends 2025/2026.

Materialien mit Charakter: Kontraste, Handwerk und Haptik

Farben stimmen die Atmosphäre — Materialien geben dem Raum Charakter und Tiefe. Der große Trend hier sind spannungsreiche Kombinationen: rau trifft auf glatt, matt auf glänzend, warm auf kühl. Gerade diese Gegensätze machen einen Raum lebendig.

Besonders schön ist die Rückkehr handwerklicher Oberflächen. Holzfronten mit Relief oder das klassische Wiener Geflecht — eine Technik, die man von traditionellen Möbeln kennt — werden neu interpretiert. Das Ergebnis sind Möbel, die Geschichten erzählen. Die Riefelfronten, die man aus den vergangenen beiden Jahren kennt, gibt es jetzt auch in RAL- und NCS-Farben lackiert, sodass sich sehr individuelle Looks gestalten lassen.

Bei den Möbelstoffen dominieren Bouclé und Samt. Bouclé hat eine lebendige, fast skulptural wirkende Struktur, während Samt für Wärme und Eleganz steht. Beide sind Stoffe, in die man sich sprichwörtlich hineinsetzen möchte.

Was wir in Kandel dazu raten: Vieles davon lebt vom Anfassen. Relief, Rille, geflochtene Oberfläche — wie sich eine Front anfühlt, entscheidet oft mehr als der Katalog. Individuelle Einbauten und Maßmöbel fertigen wir in unserer eigenen Schreinerei in Schweighofen; wo ein Handwerksdetail einen Raum tragen soll, planen wir es von dort aus. Mehr dazu unter Innenausbau.

Arbeitsplatten: Naturstein, echte Nachbildungen und neuer Edelstahl

Bei den Arbeitsplatten bleibt Naturstein wie Marmor oder Granit ein absolutes Highlight — die Maserung und Wirkung sind einzigartig. Zugleich kommen erschwinglichere Varianten stark auf: Häcker und Leicht bieten neue Dekore, die Steinoberflächen täuschend echt nachbilden, samt Porenstruktur, sodass auch die Haptik stimmt. So bekommt man einen luxuriösen Look, ohne gleich das Budget zu sprengen.

Auch der Edelstahl bekommt ein neues Image. Was die Firma Suter bei Edelstahl-Arbeitsplatten zeigt, ist beeindruckend: Durch ungewöhnliche Bearbeitungen wirkt der Edelstahl nicht mehr kühl und technisch, sondern warm, strukturiert und hochwertig.

Über alle Materialien hinweg gilt: Die Haptik ist entscheidend. Oberflächen sollen nicht nur gut aussehen, sondern sich auch gut anfühlen. Dazu zählen Alltagstauglichkeit — Reinigung und Robustheit — und das große Thema Nachhaltigkeit. Hersteller setzen zunehmend auf langlebige, umweltfreundliche Materialien. Das ist kein kurzlebiger Trend, sondern eine Notwendigkeit für die Zukunft.

Was wir in Kandel dazu raten: Naturstein und hochwertige Nachbildung liegen heute nah beieinander — der ehrliche Vergleich gelingt nebeneinander, mit der Hand. In der Ausstellung lässt sich prüfen, wo echter Stein den Unterschied macht und wo ein gutes Dekor die klügere Wahl ist. Das gehört bei der Planung einer Küche an den Anfang, nicht ans Ende.

Boden und Wände: der ruhige Rahmen

Ein Raum lebt nicht allein von den Möbeln, sondern auch von Boden und Wänden. Hier setzen sich strukturierte Oberflächen, Naturtöne und Ton-in-Ton-Konzepte durch. Eine sanfte Steinoptik, kombiniert mit hellem Holz, schafft eine warme, zeitgemäße Stimmung — der ruhige Rahmen, vor dem Farben und Materialien erst richtig wirken.

Wenn Sie unsicher sind, wie Farben und Materialien zusammenspielen, hilft ein einfaches Mittel: ein Moodboard. Legen Sie Ihre Muster, Farbkarten und Stoffe nebeneinander. So sehen Sie auf einen Blick, ob die Kombination stimmig ist — und trauen sich eher, mutiger zu experimentieren.

Was wir in Kandel dazu raten: Boden, Wand und Einbauten sollten als ein Zusammenhang gedacht werden, nicht nacheinander. Genau das ist die Idee hinter unserem Innenausbau: den Rahmen und die Möbel aus einer Hand zu planen, damit Ton und Struktur am Ende zusammenpassen.

Häufige Fragen

Was sind die wichtigsten Wohntrends 2025 2026?
Im Mittelpunkt stehen warme Braun-, Beige- und weiche Grauweißtöne statt hartem Reinweiß, dazu gedeckte Farben in Rot, Grün und Blau. Bei den Materialien zählen Kontraste, handwerkliche Oberflächen und eine Haptik, die man anfassen möchte. Der rote Faden: Wärme, Geborgenheit und Nachhaltigkeit.

Welche Farbe ist die Farbe des Jahres 2026?
Es ist „taste south!", die neunte „Sustained Color" des Colornetworks, entworfen vom spanischen Designer Antonio Rodriguez — ein ockergelber, mediterran inspirierter Erdton. Er erinnert an Sandstrände, alte Stadtmauern und italienische Villen und bringt Wärme und gute Laune in einen Raum.

Ist reines Weiß out?
Reinweiß tritt zurück, verschwindet aber nicht. An seine Stelle rücken sanfte Weißtöne mit einem leichten Grauanteil. Sie wirken weicher und wohnlicher und lassen sich mit warmen Braun- und Beigetönen leicht zu einem ruhigen Raumkonzept verbinden.

Wie kombiniere ich neue Farben und Materialien richtig?
Am besten mit einem Moodboard: Muster, Farbkarten und Stoffe nebeneinanderlegen und bei Tageslicht prüfen. Setzen Sie kräftige Akzente wie Buttergelb sparsam ein und lassen Sie ruhige Grundtöne die Fläche bestimmen. Wer unsicher ist, prüft die Kombination am realen Muster statt am Bildschirm.

Redaktion Frey · Stand: November 2025

Trends sind Ideen. Sprechen wir über Ihre Küche.

Ob Farbe, Front oder ganzer Grundriss — am besten klärt sich das im Gespräch. Kommen Sie in die Ausstellung nach Kandel, mit Zeit und Skizzenpapier.