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Trends · Stand: Mai 2026 · 5 Min. Lesezeit

Einrichtungstrends 2026/2027 von der Salone del Mobile in Mailand

Was uns auf der Salone del Mobile in Mailand am meisten beschäftigt hat: Materialien am unerwarteten Ort, roter Marmor als Statement und eine klare Rückkehr zum Handwerk.

Einmal im Jahr wird Mailand zum Mittelpunkt der Einrichtungswelt. Auf der größten Einrichtungsmesse der Welt zeigt sich früher als anderswo, wohin sich Material, Form und Farbe in den kommenden Jahren bewegen. Wir waren als Inneneinrichter vor Ort und haben mitgenommen, was uns über den Messerundgang hinaus wirklich beschäftigt hat — nicht als Prognose vom Reißbrett, sondern als Eindrücke, die sich an vielen Ständen wiederholt haben.

Diese Notizen sind ein ehrlicher Report: Vieles davon sehen wir bereits in unserer täglichen Arbeit ankommen. Wer die Einrichtungstrends von der Salone del Mobile im Blick hat, versteht die Bewegung, die gerade Küchen, Möbel und ganze Räume verändert — weg vom kühl Perfekten, hin zum Individuellen und Handgemachten.

Materialien an unerwarteten Orten

Am spannendsten waren für uns nicht einzelne Produkte, sondern die Materialien selbst — und vor allem, wo sie plötzlich auftauchten. Fliesen fanden sich an einer Trennwand im Schlafzimmer, Stoff lag an ganz normalen Möbelstücken, und Massivholz war teils so auf Möbel aufgebracht, als wäre es gedrechselt. Auch bei den Bodenbelägen wurde experimentiert: nicht nur das klassische Fischgrätparkett, sondern das gleiche Prinzip noch einmal in anderer, ungewohnter Verlegeform.

Der gemeinsame Nenner: Materialien werden aus ihrem gewohnten Zusammenhang gelöst und neu eingesetzt. Das schafft Räume, die überraschen, ohne laut zu sein.

Was wir in Kandel dazu raten: Ein Material am ungewohnten Ort wirkt nur dann, wenn es zum Gesamtkonzept passt und sauber verarbeitet ist. Bevor Sie eine Fliesenwand oder eine besondere Holzoberfläche ins Wohn- oder Schlafzimmer holen, lohnt der Blick auf das ganze Raumbild. Genau dafür ist unsere Ausstellung in Kandel da — hier lassen sich Materialkombinationen in Ruhe nebeneinanderstellen.

Rosso Levanto: Rot als Statement

Ein Stein ist uns an so vielen Stellen begegnet, dass er kaum zu übersehen war: der Rosso Levanto Marmor. Italien ist ohnehin für seinen Marmor bekannt, weil er dort abgebaut wird — er ist auf der Messe schlicht omnipräsent. Neu ist, dass gerade dieser rote Marmor auch bei uns spürbar ankommt.

Der Rosso Levanto reicht farblich von einem tiefen Bordeauxrot bis zu einem zinnoberroten, fast rostigen Ton und bringt eine große Ausdruckskraft mit. Verwendet wird er längst nicht mehr nur für Tische oder Küchen, sondern auch für Beistelltische, Sideboards und als Rückwand. Dieses kräftige Rot als Ergänzung in einem Raum war so häufig zu sehen, dass man es getrost als Trend bezeichnen darf.

Was wir in Kandel dazu raten: Ein Stein mit so viel Charakter braucht Zurückhaltung im Umfeld. Als Akzent — eine Rückwand, ein Sideboard, eine Nische — entfaltet Rosso Levanto seine Wirkung am besten, ohne den Raum zu überladen. Setzen Sie ihn dort ein, wo der Blick ohnehin ruht.

Der Materialmix: Stein, Holz und Metall

Was sich schon länger angedeutet hat, war in Mailand noch präsenter: die Kombination unterschiedlicher Materialien. Stein und Holz nebeneinander erzeugen eine spürbare Spannung im Raum und machen ihn zugleich weicher und wärmer. Häufig kommt eine dritte Komponente dazu — Metall. In gebürsteter oder eloxierter Form, in Kupfer- oder Messingtönen, damit ein Raum individuell und warm zugleich wirkt.

Ein Beispiel, das diesen Dreiklang gut zeigt: Travertin als Stein, eloxiertes Metall in Messingfarbe und davor ein Holztisch. Erst dieses Zusammenspiel macht das Bild rund und stimmig.

Was wir in Kandel dazu raten: Ein gelungener Materialmix ist Millimeterarbeit — bei Farbtemperatur, Oberfläche und Übergängen. Weil wir in unserer eigenen Schreinerei in Schweighofen Einbauten und Maßmöbel selbst fertigen, lassen sich Holzarten, Steinflächen und Metalltöne genau aufeinander abstimmen, statt Standardkomponenten zu kombinieren, die nicht ganz zusammenpassen.

Runde und skulpturale Formen

Ein Trend hat sich für uns endgültig bestätigt: Rundungen und runde Formen. Sichtbar wird das bei Beistelltischen ebenso wie bei Kücheninseln — von der schmalen Rundung mit fünf Zentimetern bis zu großzügigen Radien. Bei Esstischen kommen verstärkt ovale Formen und rundum gebrochene Kanten. Alles wird weicher, harmonischer, femininer. Die Abkehr vom rein Maskulinen hin zum Individuellen und Femininen ist überall stark spürbar.

Über die Rundung hinaus erweitern skulpturale und organische Formen die Formensprache der Möbel. Bei Kücheninseln zeigt sich das besonders: Sie werden nach unten verjüngt, wirken konisch, oft monolithisch. Das heißt, Arbeitsplatte und Fronten bestehen aus einem einzigen Material — ein Steinkörper oder ein Holzkörper aus einem Guss. Das lässt ein Möbelstück authentischer, handwerklicher und besonderer wirken.

Was wir in Kandel dazu raten: Runde und skulpturale Formen sind konstruktiv anspruchsvoll — gerade der monolithische Look aus einem Material verlangt saubere Planung und Verarbeitung. Wer mit einer Kücheninsel oder einem Esstisch liebäugelt, sollte Form und Material früh gemeinsam denken, nicht nachträglich.

Das Fazit: Die Einrichtungstrends der Salone del Mobile führen zum Handwerk

Zieht man alle Eindrücke zusammen, zeigt sich eine klare Richtung: hin zur Handwerklichkeit und zur individuellen Fertigung. Es geht um das Einzelstück, das sich von der industriellen Serie unterscheidet — und das einen dadurch lange begleiten kann, weil es etwas Besonderes ist. Diese Bewegung haben wir verstärkt auch im hochwertigen Segment beobachtet.

Für uns bestätigt das den eigenen Ansatz. Wir haben die Schreinerei im eigenen Haus, fertigen individuell und entwickeln für unsere Kundinnen und Kunden einen roten Faden durch den Raum. So können Möbel und Einrichtungsgegenstände lange an ihrer Seite bleiben und den Alltag Tag für Tag bereichern. Mehr über unsere Arbeit finden Sie in unseren Bereichen Innenausbau und Küchen oder in weiteren Beiträgen im Magazin.

Häufige Fragen

Was waren die wichtigsten Einrichtungstrends auf der Salone del Mobile?
Auffällig waren Materialien an unerwarteten Orten, der rote Rosso Levanto Marmor als Statement, der Mix aus Stein, Holz und Metall sowie runde und skulpturale Formen. Über allem stand ein klarer Fokus auf Handwerk und individuelle Fertigung.

Welcher Marmor ist 2026/2027 im Trend?
Besonders präsent war der Rosso Levanto — ein roter italienischer Marmor, dessen Töne von Bordeauxrot bis zu einem zinnoberroten Rostrot reichen. Er wird zunehmend nicht nur für Tische, sondern auch für Beistelltische, Sideboards und Rückwände eingesetzt.

Warum werden Formen in der Einrichtung runder?
Runde Kanten, ovale Tische und verjüngte, monolithische Kücheninseln lassen Räume weicher, harmonischer und wärmer wirken. Sie stehen für die Abkehr von streng geometrischen, maskulinen Linien hin zu einer individuelleren, femininen Formensprache.

Sind das reine Messetrends oder auch in Deutschland relevant?
Vieles, das wir auf der Messe gesehen haben, kommt bereits in der täglichen Arbeit an — etwa der Materialmix und der Einsatz von rotem Marmor. Die Salone del Mobile zeigt die Richtung meist ein bis zwei Jahre früher als der breite Markt.

Redaktion Frey · Stand: Mai 2026

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Ob Farbe, Front oder ganzer Grundriss — am besten klärt sich das im Gespräch. Kommen Sie in die Ausstellung nach Kandel, mit Zeit und Skizzenpapier.